Lindewerra: Der Hufabdruck des Teufels


Das ist Lindewerra an der Werraschleife. Der Legende nach umrundet der Fluss hier den Hufabdruck des Teufels. Nachdem dieser sich auf der Teufelskanzel, eines oberhalb des Ortes exponiert liegenden Sandsteinplateaus, durch ketzerische Reden unbeliebt gemacht hatte, sprang er hinab ins Tal, um die nötige Fluchtgeschwindigkeit aufzunehmen. Patsch, Hufabdruck.


Wer ein Auge für Landschaft hat, dem fällt dieser wunderbare Streuobsthang oberhalb des Ortes auf. Kirschen, Birnen, Äpfel. Schauen Sie genauer hin, sehen Sie von links einen Waldsporn ins Bild ragen. Seine Spitze bildet schön, markant und stabil unsere heutige Eiche des Tages.


Wir kamen von der Teufelskanzel in langem Bogen hinunter ins Tal (nein, wir sind nicht gesprungen) und haben diesen Baum entdeckt.


Er ist gar nicht so alt, vielleicht 80 oder 100 Jahre, und sieht absolut dynamisch und lebenslustig aus, geradezu athletisch. Offensichtlich hat er noch was vor.

Wollen Sie hinfliegen, dann kopieren Sie in Google Earth die Koordinaten
51°19’03.36″ N, 9°57’17.45″

Tägerwilen: Die größte Eiche


Pascal Epper, der Revierförster des Tägerwilener Gemeindewaldes, zeigt uns hier seine dickste Eiche. 1,63 Meter Durchmesser hat dieser Riese. Vor solchen Bäumen könnt ich niederknien.


Ich habe mit den Händen über sein grünes Fell aus Moos und Flechten gestrichen. Ein weicher Baum!


Beim Blick in die Krone sieht man, dass die untersten Äste, die in etwa acht Metern Höhe ansetzen und früher einmal entscheidend für das Geschäftskonzept des Baumes waren, inzwischen abgestorben sind. Das ist nicht primär ein Zeichen für Altersschwäche, sondern zeigt, dass der Baum sich strecken musste, um der Beschattung durch seine ebenfalls wachsenden Nachbarn zu entkommen. Ironischerweise beschattet er sich dabei selber. Diese Kompromisswirtschaft ist beispielhaft für viele Vorgänge in der Natur. Vorteile nutzen heisst Nachteile in Kauf nehmen. Kein Zuckerschlecken.

Wendlingen: Ein Wintertraum



Eichen soll man lobpreisen. Deshalb möchte ich ihr zu Ehren in losen Abständen besondere Bäume oder Wissenswertes rund um die Eiche vorstellen. Und weil es neulich so fett geschneit hat – was hier am Bodensee ja selten ist – passt als erste Eiche des Tages die Wendlinger Eiche ganz wunderbar hier hin.


Auf dem Rücken des Gehrenbergs, ein paar Kilometer von hier, steht dieser Baum mitten auf einer grossen Wiese. Ein Gedicht!


Wer sie besuchen will:
47°45’8.10″N, 9°23’19.50″E